Aktuelles

Rosch Ha-Schana 5782

 

Die hohen Feiertage 5782

 

1. Der Monat Elul - Tage des Wohlwollens und der Aussöhnung

„Ani leDodi weDodi li“ – „Ich wende mich meinem Liebsten zu und mein Liebster wendet sich mir zu“ (Schir haSchirim 6,3). Die Anfangsbuchstaben dieser Wörter: Alef-Lamed-Waw-Lamed ergeben den Namen des Monats „Elul“. Dieser Monat fordert zur Annäherung an G’tt auf, zu dem „Geliebten“. Der Mensch besinnt sich auf die Rückkehr zu G’tt - zur Tschuwa - und auch G’tt reicht dem Menschen versöhnend Seine Hand. Eine Andeutung dafür, dass wir G’tt in unserem Gebet sehr nahe sind.

Bräuche des Monats Elul

Das Schofarblasen: Vom zweiten Tag des Rosch Chodesch Elul bis Erew Rosch haSchana bläst man jeden Tag nach dem Morgengebet das Schofar. Das soll uns daran erinnern, dass die Hohen Feiertage näherrücken und uns zur Rückkehr bewegen.

Slichot: Gebete der Buße und Reue zu den Hohen Feiertagen
Aschkenasim – vom Ende des Schabbat, 28.08.2021, bis zum Erew Jom Kippur (außer Rosch haSchana)
Sefardim – seit Beginn des Monats Elul, 09.08.2021, bis zum Erew Jom Kippur (außer Rosch haSchana)

2. Der Monat Tischri


Der Monat Tischri ist der erste Monat des jüdischen Kalenders und der siebte Monat des „religiösen“ Kalenders. Unsere Weisen erklären, dass das Wort Schewi’i (siebte) die gleichen Stammbuchstaben hat wie Sow‘a (Sattheit). Kein anderer Monat im Jahr ist mit Mizwot gesättigt wie der siebte Monat Tischri: Schofar, Kippur, Sukka und die vier Arten. Es gibt elf Festtage in diesem Monat: Zwei Tage Rosch haSchana, Jom Kippur, sieben Tage Sukkot, Schemini Azeret und Simchat Tora.

In den Schriften der Propheten wird der Monat Tischri „Jerach haEthanim“ - der Monat der „Starken“ - genannt: „Und alle Männer versammelten sich zum Fest vor König Salomon im Monat Ethanim, dies ist der siebte.“ (Melachim 18, 2) Unsere Weisen sagen, dass dieser Monat so heißt, weil unsere Stammväter Abraham, Jitzchak und Ja‘akow, die „Starken“, im Monat Tischri geboren wurden.

Erew Rosch haSchana - Abend des Rosch haSchana

  • Nach dem Gebet werden alle Gelübde und Schwüre vor drei Menschen annulliert.
  • Besuch des jüdischen Friedhofs und an den Gräbern unserer Vorfahren am Vormittag, um für ein gutes neues Jahr zu beten.
  • Segensspruch für das Anzünden der Kerzen am Vorabend von Rosch haSchana: Baruch Ata A-donaj E-lohejnu Melech ha-olam ascher kide-schanu be-mitzwotaw we-ziwanu le-hadlik ner schel Schabbat we-schel Jom ha-Sikaron.


3. Rosch haSchana – Tag der Anfänge


Rosch haSchana wird immer an zwei Tagen gefeiert, auch in Israel - am 1. und 2. Tischri, von Montagabend, 06.09.2021, bis Mittwochabend, 08.09.2021. Rosch haSchana ist laut dem Talmud der Beginn und Jahrestag der Weltschöpfung, steht aber auch für den Jahrestag der Erschaffung Adams.

Schon am ersten Rosch haSchana der Welt, an dem Tag, an dem der Mensch erschaffen wurde, sind die Begriffe von Gericht und Vergebung gegenwärtig. Unsere Weisen sagen, dass an jenem Tag Adam G’ttes Gebot in Bezug auf den Baum des Wissens mißachtete und dafür gerichtet wurde. Aber ihm wurde auch Verzeihung zuteil. „Dies sei ein Zeichen für deine Kinder“, sagte G’tt zu Adam, „genau wie du an diesem Tag verurteilt wurdest, aber dir auch vergeben wurde, so werden auch deine Kinder an diesem Tag gerichtet werden, aber auch Verzeihung erhalten.“

Der Sinn des Neujahrsfestes liegt in der Erinnerung an den Bund, der zwischen G’tt und Israel geschlossen wurde und der für die Juden eine sittliche Forderung und Verpflichtung darstellt. Der Tag soll dazu dienen, die Menschen zu veranlassen, in sich zu gehen, sich vom Bösen abzuwenden und gut zu handeln. Rosch haSchana ist der Tag, an dem der Mensch Rechenschaft über sein Tun ablegt und sich seiner moralischen Pflichten bewußt werden soll.

Der Schofar – moralische Erinnerung

Der Schofar wird beim Morgeng‘ttesdienst an Rosch haSchana, nach der Tora- und Prophetenlesung sowie an mehreren Stellen des Zusatzgebetes (Mussaf) in festgelegten Tonfolgen geblasen (außer wenn der Festtag auf einen Schabbat fällt).

G’tt will nicht nur eine Welt voller Menschen, sondern Er will mit jedem Einzelnen von uns eine äußerst persönliche Beziehung. Zusätzlich zu den gemeinschaftlichen Seiten des Rosch haSchana -Gottesdienstes bittet jeder der Betenden Ihn persönlich, Seine Krönung zu akzeptieren, und somit den Bund „Wir sind Dein Volk und Du bist unser König“ aufzubauen. Demzufolge entspricht das Blasen des Schofars dem Trompetenblasen bei einer Königskrönung. Der Ton des Schofars ist aber auch als eine Aufforderung zur Reue und die Erinnerung an die moralischen Pflichten zu verstehn.

Traditionen und Bräuche von Rosch haSchana

Weiß ist die Farbe des Tages

Um die Erhabenheit des Tages zu betonen, soll in der Synagoge die weiße Farbe vorherrschen. Der Vorhang vor dem Toraschrein, die Decke auf dem Vorbeter-Pult und die Kleidung des Vorbeters sind weiß.

Man segnet einander mit den Worten:    Schana    towa!    -    Gutes    neues    Jahr!    -    oder    Le-Schana    towa    tikatewu - Zu einem guten Jahr möget ihr eingeschrieben werden.

Süße Äpfel für ein süßes Jahr

Eine der markantesten Traditionen von Rosch haSchana ist das Eintauchen von Äpfeln in Honig, als Ausdruck der Hoff nung auf ein „süßes“ neues Jahr und auch die Challa wird in Honig eingetaucht. Es erinnert an die Ernte und Aussaat und verbindet so die Vergangenheit und Zukunft. Granatäpfel sind an Rosch haSchana ebenfalls beliebt, da die Kerne reichen Segen symbolisieren.

Das Verzehren eines Fischkopfes symbolisiert den guten Vorsatz, Selbstbeherrschung zu üben und Herr über sich selbst zu sein. Außerdem werden weitere spezielle Nahrungsmittel wie Datteln und Möhren verzehrt. Alles hat eine besondere Bedeutung als Symbol für Süße, Segen und Fülle.

Taschlich-Gebet

Wir lassen unsere alten Nachlässigkeiten hinter uns und fangen das neue Jahr mit einwandfreiem Leumund an.

Wir gehen nach dem Mincha-Gebet zu einem See oder zu einem Fluß und sagen das Taschlich-Gebet, wo wir symbolisch all unsere Sünden ins Wasser werfen, gemäß dem Vers: „Und Du sollst ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen“ (Micha 7,19), damit wir versöhnt in das neue Jahr gehen können.

Die zehn Tage der Umkehr - Schrecklich oder erhaben?

Besinnung statt Chaos

Nach Rosch haSchana beginnen die „Tage der Reue und Umkehr“, auch „erhabene Tage“ genannt, vom 07.09.2021 bis 16.09.2021. In diesen zehn Tagen soll sich der Mensch mit den Mitmenschen versöhnen, also Streitigkeiten mit Dritten beilegen. Am 10. Tischri, an Jom Kippur, folgt dann die Versöhnung mit G’tt.

Fasten Gdalja

Montag, 09.09.2021, ist ein Fastentag, der an die Ermordung von Gdalja erinnert.

Schabbat Schuwa

Der Schabbat dieser Woche, 11.09.2021, heißt Schabbat Schuwa, nach der Haftara-Lesung, die mit den Worten beginnt: „Schuwa Jisrael“ - „Kehre um, Israel“.

Die „Tschuwa“ - die Rückkehr, ist ein Akt göttlicher Liebe.

Eine der göttlichen Liebestaten, die der Schöpfer seinen Geschöpfen erweist, ist, dass Er ihnen den Weg zeigt, wie man aus den Fallen der eigenen Missetaten entkommen, seine Seele retten und sich G’tt wieder zuwenden kann. Sogar wenn man großes Unrecht getan, wenn man sich gegen G’tt aufgelehnt hat und Ihm untreu geworden ist, schließt Er niemals die Tore zur Rückkehr.

Drei Voraussetzungen führen zu wahrer Tschuwa - Umkehr

  1. Ablassen    von    Sünde
  2. Reue
  3. Sündenbekenntnis

Will man ein Kleidungsstück reinigen, so nutzt kein oberfl ächliches Wegwischen des Schmutzes, nur durch gründliches Waschen wird es wieder ganz sauber.

4. Jom Kippur - Versöhnungstag, am 16.09.2021

Sich wie ein Engel fühlen


  Jom Kippur ist unser heiligster Tag. Dieser Tag ist ein strenger Fasttag und zwar von Beginn des Festes am Abend bis zu seinem Ausgang am nächsten Abend. An Jom Kippur geht es um Versöhnung mit G’tt und den Mitmenschen.

„Es tut mir leid“ – kaum ein Satz könnte schwieriger sein. Das Judentum widmet ihm gleich einen ganzen Feiertag. „Denn an diesem Tage geschieht eure Entsühnung, dass ihr gereinigt werdet; von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem Ewigen.“ (3. Buch Moses 16,30)

Wenn wir verstehen, wie viel man an diesem wunderbaren und einzigartigen Tag erreichen und aus ihm mitnehmen kann, werden wir diesen Tag viel mehr schätzen. Außer der Vergebung und Reinigung, welche wir von Haschem bekommen, gleichen wir zumindest an einem Tag im Jahr den Engeln und müssen weder essen oder anderen menschlichen Bedürfnissen nachkommen.

Das ganze Jahr über haben wir körperliche Bedürfnisse, aber an Jom Kippur sind unsere Seelen frei, sich zum Himmel aufzuschwingen. Und es gibt kein größeres Geschenk, als frei zu sein!

Erew Jom Kippur - Abend des Versöhnungstags

  • Kapparot: Am Vorabend von Jom Kippur ist es ein Brauch „Kapparot“ (Sühnen) zu machen. Manche vollziehen es mit einem lebenden Huhn, die meisten üblicherweise aber mit Geld. Der Tag ist durch großzügiges Geben gekennzeichnet. Geld der Kapparot-Zeremonie - eine Erinnerung an die Opfer im Tempel - wird für wohltätige Zwecke gespendet.
  • Die Seuda Mafseket - die abschließende Mahlzeit: Auch Erew Jom Kippur gilt als Feiertag, an dem es eine religiöse Pflicht ist, ein Festtagsmahl zu sich zu nehmen, um sich so auf den Tag vorzubereiten. Die Seuda Mafseket findet nach dem Minchagebet statt, ungefähr eine Stunde vor Einbruch der Dämmerung.
  • Die Jiskor Kerzen: Die Jiskor-Kerzen werden angezündet, zum Andenken an verstorbene Angehörige. Die Kerzen sollen üblicherweise 24 Stunden brennen.
  • Das Segnen der Kinder: Bevor die Familie zum „Kol Nidre“ in die Synagoge geht, ist es ein Brauch, dass Eltern ihre Kinder segnen. Zu einem Jungen sagt man: „G’tt lasse dich werden wie Efrajim und Menasche“, zu einem Mädchen: „G’tt lasse dich werden wie Sara, Rifka, Rachel und Leah.“ Danach sagen die Eltern zu ihren Kindern: „Der Ewige segne und behüte dich. Der Ewige lasse dir Sein Angesicht leuchten und sei dir gnädig. Der Ewige wende dir Sein Angesicht zu und schenke dir Frieden.“
  • Segensspruch für das Anzünden der Kerzen am Vorabend von Jom Kippur: Baruch Ata A-donaj E-lohejnu Melech ha-olam ascher kide-schanu be-mitzwotaw we-ziwanu le-hadlik ner schel Jom HaKippurim.
  • Das große Geschenk: Jom Kippur bietet uns die Gelegenheit, vieles wieder in Ordnung zu bringen.

„Wenn man mich ins himmlische Gericht berufen und mir die Möglichkeit geben würde, noch für einen Tag auf diese Welt zurückzukehren, hätte ich Jom Kippur gewählt!“ - Rabbi Israel Salanter (Gründer der Mussar-Bewegung)

Der Versöhnungstag soll dazu dienen, den Menschen zu entsühnen, ihn die göttliche Verzeihung für seine Missetaten erlangen zu lassen.

24 Stunden Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Viele Stunden werden mit Beten in der Synagoge verbracht. Was möchte ich erreichen? Was habe ich bisher in meinem Leben falsch gemacht? Bin ich zufrieden mit meiner jetzigen Situation? Über diese und noch viel mehr Fragen denken wir am Jom Kippur einen ganzen Tag nach und korrigieren unsere Fehler durch Tschuwa – Rückkehr zu G’tt.

Der Versöhnungstag ermöglicht dem Menschen Erneuerung. Rückkehr und Sühne lassen neue Lebenskräfte durch ihn fließen. Der Mensch steht erneut vor G’tt, vor der Quelle des Lebens und wird mit neuem Leben beschenkt. Die seelischen Kräfte, die er durch seine Sünden verloren hat, kehren zu ihm zurück, als Folge seiner erneuerten Verbindung zur Quelle der Reinheit und des Lebens.

Vorschriften, Rituale und Bräuche für Jom Kippur

  • Fünf Verbote am Jom Kippur: Am Jom Kippur dürfen wir nicht arbeiten. Außerdem gibt es fünf weitere Tätigkeiten, die verboten sind: Essen und Trinken, Verwendung von Parfüm und Lotionen, ehelicher Verkehr, unnötiges Waschen und Tragen von Lederschuhen.
  • Kleidung: In der Synagoge tragen die Männer am Jom Kippur und manche bereits schon am Rosch haSchana, den Kittel, als Symbol für Reinheit und Freiheit.
  • Kol Nidre: Das Abendgebet beginnt mit dem Gebet „Kol Nidre“, „alle Gelübde“, das vor Sonnenuntergang gelesen wird. Dieser Text besteht in einer Erklärung, dass alle Gelübde und Schwüre null und nichtig sein sollen.
  • Jiskor: Nach der Tora-Lesung folgt das Jiskor-Gebet, das Gebet für die Verstorbenen.

5. Sukkot – Das Fest der Freude

Jedes Jahr im Herbst feiern wir Sukkot, das Laubhüttenfest. Wir sitzen acht Tage in der Laubhütte. Wieso verlegen wir unseren Lebensmittelpunkt im Herbst vorübergehend in eine Laubhütte? Dies ergibt sich aus dem 3. Buch Mose 23,43: „Damit Eure künftigen Generationen wissen sollen, dass Ich die Israeliten in Hütten habe wohnen lassen, als Ich sie aus Ägypten hinausgeführt habe“. Als Gedenken und zum Erinnern an die Wunder des Auszugs aus Ägypten und die Wolken der Ehre, die das jüdische Volk in der Wüste beschützt haben, hat uns G’tt befohlen, in der Sukka zu sitzen – zugleich zum Dank für eine reiche Ernte.

Sukkot ist eines der drei Feste, die von vielen Pilgern durch Wallfahrten zum Jerusalemer Tempel gefeiert wurden und daher als die Wallfahrtsfeste bekannt sind.

Es ist ein Fest der Freude, was auch seinen Ausdruck in verschiedenen Ritualen fi ndet. Es ist quasi ein Befehl der Tora: „Und ihr sollt an eurem Fest voll Freude sein.“ (5. Buch Mose 16,14)

Das Fest beginnt am 15. Tischri und dauert acht Tage (sieben in Israel), von Montag, 20.09.2021, bis Dienstag Nachmittag, 28.09.2021.

Es gibt vier Zwischenfeiertage, bekannt als Chol haMoed, Wochentage des Festes.

Segensspruch für das Anzünden der Kerzen am Vorabend von Sukkot: "Baruch Ata A-donaj E-lohejnu Melech ha-olam ascher kide-schanu be-mitzwotaw we-ziwanu le-hadlik ner schel Schabbat we-schel Jom Tow".

An Sukkot gibt es zwei besondere Mizwot: Sukka und Arba Minim:

Sukka „In Hütten sollt ihr sieben Tage lang wohnen“(3. Buch Moses 23,42)

Dies sind die wichtigsten Vorschriften zur Sukka, die Sie wissen sollten:

  1. Die Sukka muß direkt unter dem Himmel sein, nicht unter einem Baum oder Balkon.
  2. Das Schach, die Bedeckung der Laubhütte, muss aus der Erde stammen und darf keine Bindung zur Erde haben.
  3. Man sollte in der Sukka schlafen, falls die Wetterbedingungen dies ermöglichen.
  4. Speisen, die aus den fünf Getreiden bestehen, sollen mit dem besonderen Segensspruch „Baruch Ata  A-donaj Elohejnu Melech ha-olam ascher kide-schanu be-mitzwotaw we-ziwanu leschew ba-sukka“ beim Sitzen[nbsp in der Sukka gegessen werden. Getränke und andere Speisen dürfen außerhalb der Sukka gegessen werden.
  5. Falls es stark regnet, darf man die Sukka verlassen.
  6. Ein Mensch, der in der Sukka leidet, z. B. durch Kälte oder Insekten, ist vom Sitzen befreit.


Man sollte seine üblichen Tätigkeiten in die Sukka verlegen, wenn dies möglich ist.

Die Arba Minim – die vier Arten: Zitrusfrucht, Palmzweig, Myrte und Weidenzweig

Es gibt eine besondere Mitzwa an Sukkot: die Arba Minim, die vier Arten. Sie bestehen aus einem Etrog (Zitrusfrucht), Lulaw (Zweig einer Dattelpalme), drei Hadassim (Myrtenzweige) und zwei Arawot (Weidenzweige) und werden gemeinsam geschüttelt.

Das ist, was Sie wissen sollten:

Man sollte drei davon zusammenbinden (Lulaw, Hadass und Arawa). Rechtshänder nehmen das Lulav-Bündel in die rechte Hand und den Etrog in die Linke (Linkshänder das Gegenteil). Beim ersten Schütteln sagt man ebenfalls den Segensspruch “Schehechejanu” und den Segensspruch über die Arba Minim. Um die Arba Minim erst nach dem Segensspruch zusammenzunehmen, sollte man den Etrog während des Segensspruch entweder umdrehen oder erst nach dem Segensspruch in die Hand nehmen.

Die Mitzwa der „Vier Arten“ - „Arba Minim“ - symbolisiert jüdische Einheit. Etrog und Lulaw (Palmzweig) symbolisieren das volle Leben in Glück und Gottesliebe. Myrte und Bachweide repräsentieren die menschlichen Schwächen.

6. Hoschana Rabba - Die letzte Chance

Höhepunkt des Sukkotfestes und gleichzeitig der letzte Tag der Hohen Feiertage ist der siebte Tag, der Hoschana Rabba genannt wird, am Montag, 27.09.2021. Der Name stammt von dem Bittgebet „Hoschana“ -“O G’tt, erlöse uns“. (Psalm 118,25) An jedem Sukkot-Tag macht man in der Synagoge einen Umzug, jedoch am siebten Tag sieben Umzüge, weshalb dieser Tag Hoschana Rabba, das „große Hoschana“ heißt. Obwohl er nur ein Zwischenfeiertag von Sukkot ist, wird er dennoch als ein eigenständiger Feiertag begangen.

Entsprechend der jüdischen Kabbala ist es ein Tag, an dem „Zettel in den Himmel“ geschickt werden, um das dort gefällte Urteil, das für jeden von uns für das ganze kommende Jahr bereits festliegt, vielleicht doch noch zu beeinfl ussen. Im Rahmen dieser Tradition wünscht jeder dem Nächsten: „Pitka towa“, „Ein gutes Zettelchen!“ oder, wie man auf Jiddisch sagt: „A gut Kwittel!“

Dies sind die wichtigsten Rituale und Bräuche zu Hoschana Rabba, die Sie kennen sollten:

  • Vielerorts wird am Vorabend von Hoschana Rabba eine Nachtwache gehalten, während der man verschiedene Bücher (5. Mose oder  Psalmen)    studiert.
  • Dieser Tag wird durch einen speziellen synagogalen Gottesdienst geheiligt, in dem sieben Hakkafot (Rundgänge) mit den vier Arten, als Symbol der Befreiung vom Übel, gemacht werden. Üblicherweise werden die Torarollen während dieser Prozession aus dem Toraschrein hervorgeholt.
  • Nach den sieben Hakkafot erfolgt das rituelle Schlagen mit den Weidenzweigen. Wir schlagen mit Weidenzweigen gegen den Boden. Diese Weiden repräsentieren unseren Mund und sollen symbolisieren, dass das jüdische Volk durch Gebete gestärkt wird.
  • An diesem Tag kann das Urteil für das kommende Jahr noch positiv beeinflusst werden, ein neues Kapitel im Leben, im neuen Jahr zu beginnen. Mögen wir alle eine Pitka Towa verdienen!
  • Segensspruch für das Anzünden der Kerzen Am Vorabend von Schemini Azeret: „Baruch Ata A-donaj E-lohejnu Melech ha-olam ascher kide-schanu be-mitzwotaw we-ziwanu le-hadlik ner schel Schabbat we-schel Jom Tow.“

7. Schemini Azeret

Schemini Azeret heißt „achter Tag der Versammlung“, am Dienstag, 28.09.2021.

Schemini Azeret ist ein Feiertag, der der Liebe G’ttes gewidmet ist.

Rabbiner Samson Raphael Hirsch übersetzt Schemini Azeret als „Fest des Verharrens“. Ein Feiertag, der den Festzyklus beendet und Übergang von der lauten öffentlichen Freude von Sukkot zur stillen Sammlung vor G’tt, bevor man in die raue, noch unvollkommene Wirklichkeit der Gegenwart zurückkehrt.

Bräuche zu Schmini Azeret:

  • Nach heutigem Brauch wird an Schemini Azeret teilweise (bis zum Nachmittag) noch in der Sukka gegessen.
  • Beim Mussaf sprechen wir ein besonderes Gebet, in dem wir um Regen (Geschem) bitten.
  • Jiskorgebet, das Gebet für die Verstorbenen.
  • Segensspruch für das Anzünden der Kerzen Am Simchat Tora „Baruch Ata A-donaj E-lohejnu Melech ha-olam ascher kide-schanu be-mitzwotaw we-ziwanu le-hadlik ner schel Jom Tow.“

8. Simchat Tora – ein Fest der Freude über die Tora

„Sie ist ein Baum des Lebens denen, die sie ergreifen, und wer sie festhält, ist glücklich zu preisen.“ (Sprüche 3, 18)

Die Feiern an Simchat Tora, am Dienstagabend, 28.09.2021, konzentrieren sich auf die Tora – die Fünf Bücher Mose. Das Fest ist dafür bekannt, dass öffentlich mit den Torarollen im Arm getanzt wird. An Simchat Tora werden Schluß und Anfang der Tora gelesen, damit kommt der Jahreszyklus der Toralesungen zu einem Abschluss und wird sogleich wieder aufgenommen.

Dadurch kommt unsere Liebe zur Tora zum Ausdruck: Wir wollen sie nicht loslassen, sie nicht beenden und zur Seite legen, sondern direkt fortfahren, sie von Neuem zu lesen und zu studieren. Außerdem vermitteln wir damit, dass die Tora kein Ende kennt, sondern stets von Neuem vertieft werden kann. Jung und Alt lesen und entdecken in ihr stets neue Erkenntnisse und Anleitungen fürs eigene Leben!

So erfahren wir den Verlauf des jüdischen Kalenderjahres mit seinen Feiertagen: Nicht wie ein wiederkehrender Kreislauf, sondern wie eine fortlaufende Spirale, auf der man einerseits stets wieder an denselben Punkt zurückkehrt (von oben betrachtet), und andererseits eine stete Entwicklung aufwärts stattfindet (von der Seite betrachtet). Wir bauen auf den bisherigen Errungenschaften auf, stützen uns auf sie und beziehen neue spirituelle Kraft aus ihnen, um die nächste Stufe erreichen zu können.

Das sind die traditionellen Bräuche, die Sie kennen sollten:

  • Zur Feier des Tages werden (schon am Erew Simchat Tora) alle vorhandenen Torarollen, aus dem „Heiligen Schrank“ „Aron haKodesch“ herausgehoben und unter Tanz und Gesang finden sieben Umzüge statt.
  • Für die Kinder ist Simchat Tora ein besonderer Festtag, an dem sie an den Prozessionen teilnehmen. Anstelle der Torarollen tragen sie Fähnchen mit Abbildungen der Tora und werden mit Früchten und Süßigkeiten beschenkt. Außerdem stehen die Kinder an Simchat Tora im Mittelpunkt der Synagoge und steigen als „Kol Hanearim“ (alle Kinder) mit dem sechsten Aufgerufenen zur Tora hinauf.
  • Am Morgen des Simchat Tora werden die Umzüge wiederholt. Anschließend findet die feierliche Beendigung der Toralesung statt. Diese ehrenvolle Aufgabe nimmt der zur Lesung aufgerufene Chatan Tora, der „Bräutigam der Tora“, wahr. Beim Neubeginn der Lesung wird diese ehrenvolle Aufgabe vom aufgerufenen Chatan Bereschit, dem „Bräutigam des Anfangs“, wahrgenommen, der mit dem 1. Buch der Tora beginnt.
  • Es ist üblich, dass jedes männliche Gemeindemitglied an diesem Tag zur Tora gerufen wird.

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Die hohen Feiertage 5782 (10,6 MiB)

Осенние праздники 5782

 

1. Месяц Элуль - дни милосердия и примирения

«Ани ЛеДоди веДоди ли - я обращаюсь к моему любимому , и мой любимый обращается ко мне», (Шир Хаширим 6:3). Первые буквы этих слов: Алеф-Ламед-Вав-Ламед -сокращенно «Элул».

Поскольку Элуль — последний месяц года, предшествующий Рош хаШана, дню, когда Всвышний судит все Свои творения, он является месяцем раскаяния. В течение всего месяца Элуль читают Слихот.

Обычаи месяца Элуль:

слушать звуки Шофара: Начиная со второго дня Рош Ходеш Элуль вплоть до Эрев Рош хаШана трубят в Шофар после утренней молитвы, напоминая о приближении Высоких Праздников и побуждая осмыслить свой путь.

чтение Слихот: Молитва покаяния и осмысления в Высокие Праздники.

Ашкенази начинают читать Слихот на исходе Шаббата (28.08.2021) до наступления праздника Йом Киппур (в Рош хаШана Слихот не читают).
Сефардим начинают читать Слихот с 1-го дня месяца Элуль (09.08.2021) и продолжают до наступления праздника Йом Киппур (в Рош хаШана слихот не читают).

2. Месяц Тишрей

Первый месяц по еврейскому календарю и седьмой месяц по «религиозному» календарю.

Наши мудрецы объясняют, что слово Шви‘и (седьмой) имеет равное математическое значение, что и Сов‘а (сытый). Ни один месяц в году не насыщен так заповедями, как седьмой месяц Тишрей. В их число входят заповеди, связанные с шофаром и Йом Кипуром, суккой и арба миним. В этом месяце одиннадцать праздничных дней: два дня Рош хаШана, Йом Киппур, семь дней праздника Суккот, Шмини Ацерет и Симхат Тора.

В книге пророков упоминается месяц Тишрей «Иерах хаЭтаним» - месяц Сильных мира сего. «И все люди собрались на праздник перед царем Шломо в месяце Этаним, это седьмой месяц», (Мелахим 18:2). Наши мудрецы говорят, что этот месяц назван сильнейшим так как наши праотцы- Авраам, Ицхак и Яаков родились в Тишрей.

Эрев Рош хаШана (Канун Рош хаШана)

  • В день перед Рош хаШана принято произносить специальную просьбу — Атарат недарим (расторжение обетов), чтобы предстать перед судом Всевышнего очищенными от тяжкого греха — греха неисполненных обетов, в том числе, обетов просто забытых, и потому оставшихся неисполненными. (см. Молитвенник).
  • Существует обычай утром в канун Рош хаШана посещать кладбище и молиться на могилах праведников.
  • Благословение для зажигания свечей накануне Рош хаШана: Барух Ата А-донай Э-лохейну Мелех ха-олам ашер киде-шану бе-мицвотав ве-цивану лехадлик нер шель Шаббат вшел Йом хаЗикарон.


3. Рош хаШана

Рош хаШана в переводе с иврита «Голова года» всегда приходится на первые два дня Тишрей (с вечера понедельника 06.09.2021 по вечер среды 08.09.2021).

Согласно Талмуду, Рош хаШана является началом создания мира и день сотворения Адама. В Рош хаШана Вс-вышний благословил Сарру, Рахель и Хану на наследников. Уже в первый Рош хаШана, день сотворения человека, присутствуют понятия осуждения и прощения. Наши мудрецы говорят, что в тот день Адам нарушил заповедь Бога о дереве познания и был осужден. Ему было даровано прощение, как приводтся в писаниях; «как вы были осуждены в тот день и прощены, так и ваши дети будут осуждены в тот день, но также и прощены».

Цель празднования Рош хаШана - вспомнить союз, заключенный между Богом и Израилем.

Шофар

Во время утреннего богослужения в Рош хаШана после чтения Торы и Пророков, а также в нескольких местах дополнительной молитвы Мусаф трубят в шофар в определенной последовательности (кроме случаев, когда праздник приходится на Шаббат- в Шаббат запрещено трубить в Шофар).

В Рош хаШана Вс-вышний приближается к нам и тем самым мы становимся ближе к Нему. Звуками шофара мы участвуем в коронации Вс-вышнего: «Мы-твой народ, а Ты –наш Царь».

Традиции и обычаи Рош ха-Шана:

Белый    цвет: Чтобы подчеркнуть величие праздника- занавес перед шкафом, где хранятся свитки Торы, меняют на белый. Накидку на бима (возвышение для чтения Торы) также меняют на белую. Традиционно принято одеваться в светлую одежду.

Принято    желать    друг    другу:    Шана това! (С Новым годом!) Или «Ле-Шана това тикатеву» («Да будете записаны на хороший год»).

«Симаним»    (символы): Сладкие яблоки символизируют сладкий год.

Одна из самых характерных традиций Рош хаШана - обмакивание ломтиков сладкого яблока в мед, как выражение надежды на «сладкий год». Хала также обмакивается в мёд. На Рош хаШана кушают плоды гранаты, зерна которых символизируют многочисленные благословения.

Во время вечерней трапезы Рош хаШана принято есть «симаним» (символы), произнося при этом благослования о будущем годе, обращенные к Творцу, главное слово которых созвучно названию того или иного «символа».

Одно их них это гранаты, в которых много зерен, и принято говорить: «Да будет воля Твоя… чтобы у нас было так много заслуг, как зернышек у граната».

А так же финики — на иврите финик называется «тамар», что созвучно корню «там»(закончить) — просим, «чтобы закончились враги наши».

Молитва Ташлих

После молитвы Минха мы идем к озеру или к реке и произносим молитву Ташлих, где мы символически бросаем все наши грехи в воду, согласно стиху: «И ты бросишь грехи их в глубины моря»,(Михей 7:19), чтобы мы могли начать новый год с чистого листа.

Десять дней раскаяния

Согласно традиции с наступлением Рош хаШана, начинаются «дни раскаянья и осмысления», также называемые «днями возвышения» (07.09.2021 - 16.09.2021).

В течении десяти дней раскаяния особое внимание надо обратить на улучшение своих взаимоотношении с другими людьми. В Талмуде сказано, что Йом-Кипур искупает только грехи, совершенные по отношению к Вс-вышнему. Грехи, совершенные по отношению к другим людям, Йом-Кипур искупает лишь при условии, что обидчик получил прощение от обиженного. Нанесенный кому-либо убыток мало только возместить - надо еще получить прощение от пострадавшего.

Пост Гдальи (09.09.2021)

Пост в память об убийстве Гдальи, который наступает на следующий день после двух дней Рош хаШана.

Гдалья - так звали наместника Иудеи, фактического правителя страны в последние дни ее существования, незадолго до Вавилонского изгнания. В результате заговора наместник Гдалья был убит. С его смертью погасла последняя искра еврейской государственности в Эрец Исраэль. Множество евреев было убито, а остальные были изгнаны вавилонянами из страны или сами бежали из нее. В память об этих трагических событиях наши мудрецы и установили пост Гдальи. Поститься в этот день начинают рано утром с восходом солнца, а завершается пост Гдальи вечером с появлением первых звезд.

Шаббат Шува — суббота раскаяния

Первый Шаббат после Рош хаШана (11.09.2021) называется Шаббат Шува. Чтение Хафтары начинается со слов: Шува Исраэль «Вернитесь, Израиль».

Тшува - возвращение:

Вс-вышний никогда не закрывает перед нами двери. Даже в самых критических ситуациях, когда нам кажется, что дороги обратно нет, Вс-вышний всегда оставляет нам возможность «вернуться», переосмыслить и начать все сначала.

Для истинной тшувы есть три предпосылки:

Чтобы совершить полную тшуву, человек должен:

  1. Отстраниться от совершения греха
  2. Признаться вслух перед Творцом
  3. Раскаяться в сердце


Существует множество ступеней Тшувы, и по мере своего продвижения по этим ступеням человек приближается к Вс-вышнему. Любая степень Тшувы приносит человеку прощение, однако он будет полностью прощен — так, как будто грехи, совершенные им, никогда не существовали — только если совершенно очистит свое сердце и подготовит свой дух к полной и совершенной Тшуве.

Эрев Йом Кипур (Канун Судного дня)

Каппарот - очищение.

Накануне Йом Кипура принято совершать обряд «каппарот» (очищение). Древний обычай предписывает совершать это с живым цыпленком, но в последнее время принято исполнять «каппарот» при помощи денег, которые затем отдают на благотворительные цели. Церемония каппарот напоминанет о жертвоприношениях в храме.

Традиции кануна Судного дня:

  • Сеуда мафсекет (последняя перед началом поста трапеза) Сеуда Мафсекет начинается после молитвы Минха, примерно за час до сумерек.
  • Зажигают свечу Изкор в память об умерших родственниках, которая должна гореть 24 часа.
  • Родители благословляют детей перед тем, как семья идет в синагогу на «Кол Нидре»: Мальчиков благославляют словами: «Да уподобит тебя Вс-вышний Эфраиму и Менаше». Девочек: «Да уподобит тебя Вс-вышний Саре, Ривке, Рахель и Лее».
    Затем говорят: «Бог благословит вас и сохранит вас; Бог заставит свое лицо сиять на вас и будет милостив к вам; Бог повернется к вам лицом и даст вам мир».
  • Благословение для зажигания свечей накануне Йом Киппур: «Барух Ата А-донай Э-лохейну Мелех ха-олам ашер киде-шану бе-мицвотау ве-цивану лехадлик нер шел Йом хаКипурим».

 

4. Йом Кипур - Судный День (16.09.2021)


Йом Кипур - самый строгий пост. «Мне очень жаль» - вряд ли предложение может быть сложнее. Иудаизм посвящает ему целый праздник.

«Ибо в этот день совершится ваше искупление, и вы очиститесь; вы будете очищены от всех грехов ваших перед Вечным »(3-я книга Моисея 16:30) Если бы мы понимали, как много можно достичь и что можно извлечь из этого прекрасного и уникального дня, мы бы ценили Судный День гораздо больше.

Великий подарок - Йом Кипур - дает нам возможность навести порядок во многих вещах. «Если бы я был призван на небесный суд и получил бы возможность вернуться в этот мир еще на один день, я бы выбрал Йом Киппур», Раввин Исраэль Салантер, основатель этического движения Мусар.

Судный День позволяет получить божественное прощение за свои проступки. 24 часа размышлений о прошлом, настоящем и будущем. Многочасовая молитва в синагоге. Йом Кипур позволяет человеку обновиться. Человек снова стоит перед Богом, перед источником жизни, и ему дается новая жизнь.

Йом Кипур правила и обычаи:

Существует пять главных запретов на Йом Кипур:

  • нельзя употреблять пищу и воду
  • запрещено купаться (и даже умываться)
  • нельзя пользоваться кремами и маслами
  • не разрешается носить кожаную обувь
  • запрещена супружеская близость

В Йом Кипур запрещены все работы, запрещенные в субботу, включая такие, как любой вид приготовления пищи.

Халат-Китель: Принято на все молитвы этого святого дня облачаться в белый китель, символ свободы и чистоты.

Коль Нидре: Вечерняя молитва начинается с молитвы «Коль Нидре» (все обеты), читаемой перед заходом солнца. Этот текст состоит из заявления о том, что все клятвы и обещания недействительны.

Изкор: После чтения Торы следует поминальная молитва Изкор.

5. Суккот – праздник радости

Каждый год осенью во всем мире мы отмечаем праздник Суккот. Отличительной особенностью праздника Суккот является заповедь жить в особом шалаше, называемом "Сукка".
Отсюда и идет название праздника - Суккот, дословно - "шалаши". Суккот продолжается восемь дней, и все это время принято жить в таких шалашах, в память об облаках славы, защищавших народ от знойного солнца Синайской пустыни во времена Исхода: в сукке едят и пьют, устраивают веселые праздничные трапезы, встречают гостей, танцуют и даже спят.

Кроме того, Суккот также является одним из трех праздников-паломничества.

Праздник начинается 15 числа месяца Тишрей и длится 8 дней (В Израеле - 7 дней) с понедельника, 20.09.2021 до вторника после полудня, 28.09.2021.

Благословение для зажигания свечей накануне праздника Суккот: Барух Ата А-донай Э-лохейну Мелех ха-олам ашер киде-шану бе-мицвотав ве-цивану лехадлик нер шель Шаббат в-шел Йом Тов.

На Суккот есть две особые заповеди: одна - Сукка, а вторая - Арба Миним:

Сукка. «Семь дней будешь жить в хижинах» (3-я книга Моисея 23:42)

Правила сукки, которые вам следует знать:

1. Сукка должна находиться прямо под небом (не под деревом или балконом).
2. Покрытие сукки должно исходить из земли, но не должно касаться земли.
3. Если позволяют погодные условия, следует спать в сукке.
4. Благословение на пищу из 5-ти видов зерна: «Барух Ата А-донай Э-лохейну Мелех ха-олам ашер киде-шану бе-мицвотав ве-цивану лешев ба-сукка» (сидя в сукке). Напитки и другую еду можно есть вне сукки.
5. Если идет сильный дождь, можно выйти из сукки.
6. Человек, страдающий в сукке (например, из-за насекомых, холода и т.д.) освобождается от сукки.

По возможности следует перенести свои обычные занятия в сукку.

Арба Миним (четыре вида растения)

На Суккот приходится особая Мицва- встряхнуть Арба Миним ( четыре вида растения), состоящий из этрога (цитрусовых), лулав (ветвь финиковой пальмы), трёх хадасим (ветки мирта) и двух аравот (ветки ивы).

Правила и обычаи:

Лулав, Хадасс и Арава должны быть соедененны. Правши берут связку Лулав в правую руку, а Этрог - в левую (левши - наоборот). При первом встряхивании они произносят благословение «Шехеяну», а также благословение на Арба Миним.

Мицва «четырех видов»

«Арба Миним» - символизирует национальное единство. Этрог и Лулав (пальмовая ветвь) - это полноценная жизнь в счастье и любви к Богу. Мирт и ручейная ива олицетворяют человеческие слабости.

6. Хошана Рабба

Апогеем праздника Суккот и одновременно последним днем «Высоких Праздников» является седьмой день (27.09.2021), который называется Хошана Рабба. Название происходит от просьбы «Хошана» - «О Бог, искупи нас», которую называют «Великая Хошана».

Согласно тайному учению Торы- это день, когда «записки отправляются в небеса», чтобы повлиять на вынесенный приговор, который уже определен для каждого из нас на весь наступающий год. В рамках этой традиции каждый желает своему соседу «Питка Това», «Хорошей записи!» Или, как говорят на идиш: «Хорошего Квитель!»

 

Правила и обычаи Хошана Рабба:

  • В ночь перед Хошана Рабба принято бодрствовать и изучать Тору.
  • В день Хошана Рабба обходят возвышение для чтения Торы не один, а семь раз. Так поступают и в будни, и в субботу, только ветки на субботу заготавливают заранее.
  • Почему для Хошана Рабба берут именно ветки аравы? Потому, что в Суккот решается, сколько воды получит мир в наступившем году, а арава — самое водолюбивое растение.
  • В память о Хошанот, совершавшихся в Храме, мы и обходим сегодня с ветками аравы в руках вокруг свитка Торы, лежащего на возвышении в синагоге. Во время Хошанот мы просим Вс-вышнего благословить наступающий год обильными дождями и доброй росой, а также поднять уровень подземных вод, чтобы они напоили землю. Обычай обходить вокруг свитка Торы с ветками в руках, а также произносимые при этом молитвы и называются Хошана или Хошанот. Слово Хошана составлено из двух слов: Хоша («спаси») и на («пожалуйста»). Оно повторяется в каждом стихе молитвы, читаемой во время шествия, и в нем заключен её основной смысл. Эти же слова повторяли священники в Храме, обходя жертвенник: Хошиа на! Это была не мольба о защите, а молитва об окончательном Спасении. Так учит нас Мишна.
  • Благословение на зажигание свечей накануне Шмини Ацерет: «Барух Ата А-донай Э-лохейну Мелех ха-олам ашер киде-шану бе-мицвотав ве-цивану лехадлик нер шель Шаббат в-шел Йом Тов».

7. Шмини Ацерет

Шмини Ацерет (28.09.2021)- означает «восьмой день собрания». Праздник, посвященный любви Бога. Раши комментирует: «Слово Ацерет является изъявлением любви. Так отец, не желая расставаться с сыновьями, говорит им: «Задержитесь (ацру) ещё на один день».

Раввин Самсон Рафаэль Хирш переводит Шмини Ацерет, как «Праздник стойкости», завершающий цикл празднеств и переход от громкого веселого праздника Суккот к безмолвному собранию перед Вс-вышним перед возвращением в суровую реальность.

Правила и обычаи Шмини Ацерет:

  • в Шмини Ацерет иногда едят в сукке (до полудня)
  • в Мусафе мы произносим особую молитву, в которой просим дождя (Гешем)
  • Молитва Изкор-поминальная молитва

Благословение на зажигание свечей в Симхат Тора: «Барух Ата А-донай Э-лохейну Мелех ха-олам ашер киде-шану бе-мицвотав ве-цивану лехадлик нер шел Йом Тов».

8. Симхат Тора - празднование Торы

«Оно древо жизни для тех, кто держится его, а поддерживающий его счастлив»

Празднование Симхат Торы (29.09.2021) посвящено Торе - Пяти Книгам Моисея. Праздник известен танцами со свитками Торы. В Симхат Тора читаются конец и начало Торы, так что годовой цикл чтения Торы подходит к концу и немедленно возобновляется.

Мы также показываем, что Торе нет конца и ее всегда можно изучать заново.

 

 

 

 

 

Правила и обычаи:

  • Чтобы отпраздновать этот день (уже в Эрев Симхат Тора), все существующие свитки Торы вынимаются из «Священного кабинета»-«Арон ха-Кодеш».
  • Симхат Тора - особый праздник для детей, которые участвуют в шествии. Дети в Симхат Тора стоят в центре синагоги и поднимаются на «Кол хаНаарим» (все дети), а шестой из них призывается к Торе.
  • Утром Симхат Тора процессии повторяются. Затем происходит торжественное завершение чтения Торы. Это почетное задание выполняет Хатан Тора «Жених Торы», который вызывается на чтение, и в то же время новое начало чтения выполняет Хатан Бершит «Жених «начала Торы»», который вызывается к чтению.
  • В этот день принято поднимать к Торе всех мужчин и мальчиков в синагоге.

Точное время начала и окончания праздинков, шаббата и постов можно найти в календаре Земельного союза еврейских общин Нижней Саксонии на 5782 год.

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Осенние праздники 5782 (10,6 MiB)

Hochwasser 2021
Hilfe für Flutopfer

 

Viele Menschen sind von der Hochwasserkatastrophe, vor allem in NRW und Rheinland-Pfalz, schwer betroffen. Sie stehen vom Nichts. Um sie zu unterstützen haben sich viele Organisationen zusammengefunden und Spendenkonten eingerichtet.  Diesen Menschen zu helfen ist eine „Mizwa“ (Hebräisch - „ein guter Tat")

Das sind nur einige Spendenkonten, die Sie für Ihre Spenden nutzen können.

 

Помощь пострадавшим от наводнения

От последствий наводнения пострадало много людей, особенно в Северном Рейне-Вестфалия и Рейнланд-Пфальце. Некоторые из них потеряли всё своё имущество. Для поддержки пострадавших ряд организаций объединились и создали счета для пожертвования. Помощь этим людям - это „мицва"(מצווה - в переводе с иврита - "доброе дело").

Ниже приведены только некоторые счета, которые вы можете использовать для своих пожертвований.

 

Liste der Spendenkonten
(Список счетов для пожертвований)

 

Aktion „Deutschland Hilft“
Bündnis deutscher Hilfsorganisationen

Spendenkonto: DE62 3702 0500 0000 1020 30
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: ARD / Hochwasser

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Aktion "NRW hilft"

Spendenkonto: IBAN: DE05 3702 0500 0005 0905 05
Bank für Sozialwirtschaft.

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Deutsches Rotes Kreuz (DRK)

Spendenkonto: IBAN: DE63370205000005023307 
BIC: BFSWDE33XXX
Stichwort: Hochwasser

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Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Spendenkonto: IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00.
Stichwort: Soforthilfe Hochwasserkatastrophe

 

 

Religionsunterricht

 

Liebe Freunde! Jeden Samstag um 18:00 Uhr, laden wir Sie zu einer Unterricht mit Gemeinderabbiner Shlomo Afanasev an.

Zusammen werden wir uns durch berühmtes Buch „Ruach Chaim“ auf Pirkej Awos vom Rabinner Chaim von Woloschin inspirieren lassen.
 

In seinem klassischen Werk Ruach Chaim gibt Rav Chaim von Woloschin, herausragender Schüler des Wilnaer Gaon und Begründer des Jeschiwa-Systems, wie wir es heute kennen, einen tiefgreifenden und facettenreichen Kommentar zu Pirkei Avos, der mystische Einsichten, Tiefe des Denkens und faszinierende Chiddushim.

Anschließend sind alle zum Mincha Gebet sowie zur traditionellen „dritten Mahlzeit“ ganz herzlich eingeladen.

Wir freuen uns auf Sie!

 

Дорогие друзья, каждую субботу в 18:00 мы приглашаем Вас на урок с Раввином нашей общины Шломо Афанасьевым.

Вместе мы будем изучать известный комментарий Рав Хаима из Воложина на трактат Пиркей Авос (поучения отцов).

В своём классическом труде «Руах Хайм» Рав Хаим из Воложина, выдающийся ученик Гаона из Вильно и основатель первой в мире Ешивы, откроет нам глубокий и многогранный комментарий к Пиркей Авос, сочетающий в себе глубину мистицизма, классической еврейской философии и до этого никем неопубликованных идей.

По окончании урока Вы можете принять участие в полуденной молитве «Минха» и традиционной «третей трапезе» на исходе субботы. Мы будем рады Вас видеть!

 

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

 

1.700 Jahre – „eine Geschichte mit Zukunft“

Die jüdische Gemeinschaft begeht 2021 ein besonderes Jubiläum: Auf eine Anfrage aus Köln erließ der römische Kaiser Konstantin vor 1700 Jahren ein Edikt, wonach Juden in Ämter der Kurie und der Stadtverwaltung berufen werden konnten. Dieses Dekret aus dem Jahr 321 gilt als der älteste Beleg für die Existenz jüdischer Gemeinden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands.

Unter dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland werden bundesweit rund tausend Veranstaltungen ausgerichtet. Darunter Konzerte, Ausstellungen, Musik, ein Podcast, Video-Projekte, Theater, Filme …
Ziel des Festjahres ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

Bitte besuchen Sie die Seite "Veranstaltungen" unserer Website, um sich über einige der Veranstaltungen zu informieren, die anlässlich dieses bedeutenden Jubiläums stattfinden.

Kinoclub

 

Дорогие друзья!

Мы рады сообщить, что заседания нашего Киноклуба возобновляются.

В связи с гигиеническими предписаниями количество мест очень ограничено. Предварительная запись по телефону обязательна.

Тел.: 0511/ 28339872.

Принять участие в заседании смогут только те, кто зарегистрировался по телефону. При себе нужно иметь защитную маску.


Напоминаем, что заседания нашего киноклуба проводятся исключительно для членов нашей общины и их семей.

 

Aufklärungsmerkblatt des
Robert Koch Instituts
zur Schutzimpfung gegen COVID-19

 

Aufklärungsmerkblatt als PDF-Datei laden

Aufklärungsmerkblatt (115,2 KiB)

Информационный лист
Института Роберта Коха
для вакцинации против COVID-19

 

Загрузить информационный лист как PDF-файл

Информационный лист (180,3 KiB)

Werde Freiwillige:r in Israel

 

Willst du neue aufregende Erfahrungen sammeln, dich gesellschaftlich engagieren und ein neues Land und eine interessante Kultur kennenlernen?

WERDE FREIWILLIGE:R IN ISRAEL

Der Deutsch-Israelische Freiwilligendienst (DIFD) wurde 2015 im Rahmen des 50-jährigen Jubiläums der deutsch-israelischen diplomatischen Beziehungen ins Leben gerufen. Der DIFD bietet jungen Deutschen im Alter von 18 -26 Jahren die Möglichkeit, Israel im Rahmen eines Freiwilligendienstes kennenzulernen und zu erleben.
 

WEITERE INFORMATIONEN

PJ-Library - Das neue Programm
des Zentralrats der Juden für Kinder

 

Direktlink zur Anmeldung:

www.pj-library.de

 

Koscher-Verkauf in unserer Gemeinde

 

Öffnungszeiten:

 

mittwochs                  10.00 - 13:00 Uhr und 14:00 - 16.00 Uhr

donnerstags              14.00 – 18.30 Uhr                           

Tel. 0511-283398-76

Außerhalb der festgesetzten Zeiten findet kein Verkauf statt.

Achtung: am 06.10. und 07.10. sowie 13.10. und 14.10. bleibt unser Laden geschlossen.

 

Часы работы магазина:

 

среда                  10.00 - 13:00 и 14:00 - 16.00

четверг              14.00 – 18.30                            

Тел. 0511-283398-76

В другое время продажа производиться не будет.

Внимание: 06.10. и 07.10., а также 13.10. и 14.10. магазин будет закрыт.