Zum ersten Mal fand in unserer Gemeinde ein besonderer Abend statt, der Tu BeAw – dem jüdischen Fest der Liebe – gewidmet war.
Eröffnet wurde das Programm vom Rabbiner unserer Gemeinde. Auf lebendige und anschauliche Weise erzählte er von den Ursprüngen, der Geschichte und den Traditionen dieses Festes und erläuterte seine tiefere Bedeutung. Für viele Gäste zeigte sich Tu BeAw dabei von einer bislang wenig bekannten Seite. So begann der Abend nicht nur festlich, sondern zugleich mit einer spannenden Begegnung mit einem besonders schönen Kapitel jüdischer Tradition.
Zum musikalischen Mittelpunkt des Abends wurde der Auftritt von Valentina Prichodko – Autorin und Interpretin eigener Lieder sowie Preisträgerin zahlreicher Festivals des Autorenliedes. Mit ihrer unverwechselbaren Stimme, ihrer Aufrichtigkeit und ihrem feinen Gespür für das Publikum gewann sie den Saal vom ersten Lied an für sich. Zu hören waren eigene und bekannte Lieder, bei denen viele Gäste begeistert mitsangen.
Auch nach dem offiziellen Ende wollten die Besucher Valentina noch nicht von der Bühne gehen lassen und baten immer wieder um Zugaben. So entstand ganz ungeplant ein zweiter Konzertteil – nicht im Programm vorgesehen, dafür umso spontaner, persönlicher und herzlicher.
Eine besondere musikalische Atmosphäre schuf auch Andrej Sitnov, Kantor unserer Gemeinde und Musiker, mit seinem Saxofon. Sein Spiel bildete einen feinen, ausdrucksstarken Hintergrund und verband die einzelnen Teile des Programms miteinander. Als Andrej und Valentina schließlich gemeinsam bekannte jüdische Lieder sangen, wurde aus dem ganzen Saal ein großer gemeinsamer Chor.
Der erste Tu-BeAw-Abend in unserer Gemeinde dauerte deutlich länger als ursprünglich geplant. Doch solche Momente lassen sich nicht nach einem Zeitplan beenden: Solange Musik erklingt, Menschen miteinander singen und noch nicht auseinandergehen möchten, lebt das Fest weiter.

Bis bald beim FrauenClub JGH

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