Jüdische Feiertage 5786 - 2025/2026
Rosch Hashana:
22.09.2025 - 24.09.2025
Rosch Haschana ist der jüdische Neujahrstag. Rosch Haschana ist laut Talmud Beginn und in der Folge Jahrestag der Weltschöpfung, steht aber auch für den Jahrestag der Geburt Adams. Es ist der Tag der Forderung, Bilanz zu ziehen über das moralische und religiöse Verhalten im abgelaufenen Jahr, und man tritt mit Gebeten für eine gute Zukunft vor Gott.
Sukkot:
06.10.2025 - 13.10.2025
Auf Jom Kippur folgt Sukkot, das Laubhüttenfest. Es wird „die Zeit unserer Freude“ genannt, denn die Torah bestimmt es als eine Zeit der Freude: „sei fröhlich an deinem Feste … du sollst voll Freude sein“. Sieben Tage lang feiern wir lebhaft in der Sukka, der Laubhütte. Diese Woche baut einen Vorrat an belebender Freude für alle Wochen des kommenden Jahres auf.
Chanukka:
14.12.2025 - 22.12.2025
Chanukka oder Lichterfest ist ein acht Tage dauerndes, jährlich gefeiertes jüdisches Fest zum Gedenken an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. Chr. Es beginnt am 25. Tag des Monats Kislew.
Die Menora, der siebenarmige Leuchter im Tempel, sollte niemals erlöschen. Nach der späteren Überlieferung war aufgrund der Kämpfe mit den Seleukiden nur noch ein Krug geweihtes Öl vorzufinden. Dieses Öl reichte für gerade mal einen Tag. Für die Herstellung neuen geweihten Öls werden acht Tage benötigt. Durch ein Wunder habe das Licht jedoch acht Tage gebrannt, bis neues geweihtes Öl hergestellt worden war. Daran erinnern die acht Lichter des 8- bzw. 9-armigen Leuchters Chanukkia. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht brennen.
Purim:
02.03.2026 - 04.03.2026
Purim ist ein Fest, das an die Errettung des jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora erinnert. Nach dem Buch Ester versuchte Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs, die gesamten Juden im Perserreich an einem Tag zu ermorden. Königin Ester führt jedoch durch Fasten und Gebet die Rettung herbei.
Lag BaOmer:
05.05.2026
Am zweiten Tage des Pessachfestes wurde im Jerusalemer Tempel das Omer dargebracht, das Opfer der Wintergerste. Von diesem Termin zählt man sieben Wochen bis zum Wochenfest (Scha- wuot). Diese Zählung, für die es eine festgelegte Formulierung gibt und der ein Segensspruch vorangeht, erfolgt täglich, nachdem die Dunkelheit angebrochen ist; die erste Zählung findet am zweiten Sederabend gegen Ende der häuslichen Feier statt. Nach dem Gerstenopfer heißt die Periode dieser Zählung die Omerzeit; der neunundvierzigste Tag im Omer ist der Tag vor Schawuot.
Die Zeit der Omerzählung gilt als eine Trauerzeit, in der man Lustbarkeiten vermeidet. Im Talmud wird als Begründung darauf hingewiesen, daß in dieser Periode vierundzwanzigtausend junge Gelehrte, die Schüler des Rabbi Akiba waren, einer Seuche zum Opfer fielen. Akiba spielte eine führende Rolle beim Bar- Kochba-Aufstand zur Zeit des römischen Kaisers Hadrian. In der Liturgie der in die Omerzeit fallenden Sabbate wird in speziellen Dichtungen vor allem der jüdischen Opfer der Kreuzfahrer in den Jahren 1096 und 1146 gedacht.
Ausgenommen von der Trauer ist der 33. Tag im Omer (Lag ba- Omer, Lag ist eine Abbreviatur aus dem hebräischen Buchstaben Lamed = 30 und Gimel = 3), an dem nach der Tradition die Seuche aufhörte, die die Schüler des Rabbi Akiba befallen hatte. Darum gilt dieser Tag, der auf den 18. Ijjar fällt, als ein Freudentag. Während an den übrigen Tagen der Omerzeit keine Ehen geschlossen werden, ist das an Lag ba-Omer gestattet, so daß sich dieser Tag durch eine Vielzahl von Hochzeiten auszeichnet.
Omer-Tag ist auch der Todestag von Rabbi Simeon bar Jochai (Raschbi), eines berühmten Tannaiten der vierten Generation. Der Überlieferung zufolge stieg er an seinem Todestag direkt in den Himmel auf, und deshalb wird das Fest zu seinen Ehren als „Hillula de Raschbi“, als Freudenfest des Zaddik (des Gerechten) bezeichnet. Massenfreudenfeste mit Liedern, Tanz und Gebeten.
Der 33. Omer-Tag ist auch die Nacht der vielen Fackeln. Die größte wird über dem Grab des Raschbi in Meron in Obergaliläa angezündet. Der wichtigste Grund, warum diese Fackeln angezündet werden, ist die Tatsache, dass der Raschbi als der Hauptverfasser des Buches der Kabbala gilt, des so genannten „Sohar“.
Die Kinder „bewaffnen“ sich: Es ist auch üblich, dass die Kinder an diesem Tag, mit Pfeil und Bogen bewaffnet, auf die Felder und in die Wälder ziehen. Dieser Brauch erinnert an die Kämpfer im Bar-Kochba-Aufstand.
Jom Kippur:
01.10.2025 - 02.10.2025
Zehn Tage nach Rosch Haschanah begehen wir den Tag der Versöhnung, Jom Kippur, der auch Schabbat der Schabbate genannt wird, der höchste der Feiertage. Er steht am Ende einer 40-tägigen Zeit der Reue und der Buße, nachdem unsere Vorfahren das Goldene Kalb am Fuß des Berges Sinai gemacht und angebetet hatten, – eine der schwersten Verfehlungen Israels in seiner Beziehung zu G’tt. G’tt hatte dem Volk nach dieser Zeit der Umkehr verziehen und Seinen Bund mit Israel erneuert und diesen Tag für alle Zeiten zum Tag der Versöhnung bestimmt.
Schmini Azeret, Simchat Thora:
14.10.2025 - 15.10.2025
Der achte und neunte Tag von Sukkot sind Schmini Azeret und Simchat Thora. Simchat Thora ist der ausgelassene und freudige Höhepunkt, an dem wir das Ende des Zyklus der Torahlesungen mit Tänzen und viel Freude feiern.
Tu BiSchwat:
02.02.2026
Tu Bischwat (ט״ו בשבט) bedeutet wörtlich „der 15. Schevat“. In moderner Zeit werden an diesem Tag Bäume angepflanzt. Es ist Brauch, an diesem Tag eine Frucht zu essen, die man in diesem Jahr bisher noch nicht verzehrt hat. Das Fest geht zurück auf die Mischna. Dort heißt es, das Haus Hillels bestimmte den 15. des Monats Schevat zum Neujahrsfest der Bäume (mRH 1,1).
Es ist ein Tag, an dem Früchte/Fruchtsalat gegessen werden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Tradition, die im Buch Chemdat ha-Jamin ihren Niederschlag fand, später noch in dem Buch Pri Etz Hadar, das die Aggada des 15. Schevat wurde. In der Diaspora ist es Brauch, möglichst fünfzehn Früchte, die an das Land Israel erinnern, zusammenzustellen und zu verzehren.
Es gibt Juden, die an diesem Tag bis zu fünfzig verschiedene Arten von Früchten essen. Auch heute deckt man am 15. Schwat den Tisch, indem man die schönsten Früchte aus dem Land Israel aufträgt, insbesondere jedoch die „sieben Arten“ mit denen das Land gesegnet war. Dabei versucht man, frische Früchte zu finden, die man in diesem Jahr noch nicht gegessen hat, damit man über sie den Segensspruch שהחינו Schehechejanu ‚Der uns am Leben erhalten hat‘ sagen kann. An Tu Bischwat ist es auch verboten zu fasten, und man spricht auch keine Trauerrede. Vorausgesetzt, dass es kein Sabbatjahr (Brachjahr) ist, in dem jede Feldarbeit verboten ist, fährt man ins Grüne, und oft pflanzt man neue Bäume.
Pessach:
01.04.2026 - 09.04.2026
Pessach gehört zu den Hochfesten im jüdischen Kalender. Das mehrtägige Fest erinnert an die Befreiung des Volkes Israel aus der ägyptischen Sklaverei. Für die Juden gilt Pessach als Beleg für eine besondere Verbindung zwischen den Juden und Gott, da er in die Geschichte ihres Volkes eingegriffen habe.
Am Seder-Abend, dem Auftakt zu Pessach, findet ein längerer häuslicher Familiengottesdienst nach einer genau vorgezeichneten Ordnung (=seder) statt. Die Familie trifft sich zu einem festlichen Essen mit symbolischen Speisen und Erzählungen aus der Bibel. Deshalb liegt an jedem Platz eine Haggadah, ein Büchlein mit den Erzählungen aus der jüdischen Geschichte, meist reich bebildert. Den Abschluss des Abendessens bildet ein symbolischer Nachtisch: ein Stück Mazza, das zuvor beiseite gelegt wurde. Oft verstecken die Kinder, die an der Feier teilnehmen, dieses Stück. Bevor es weitergehen kann, muss es mit einem kleinen Geschenk ausgelöst werden.
Schawuot:
21.05.2026 - 23.05.2026
Schawuot (hebräisch Wochenfest) ist das jüdische Fest. Es gehört zu den Wallfahrtsfesten, genauso wie Pessach und Sukkot. Schawout hat eine historische und eine naturbezogene bzw. landwirtschaftliche Bedeutung.
Die religiös-historische Komponente von Shawout erinnert an eine der größten Ereignisse in der jüdischen Geschichte – Offenbarung am Berg Sinai und die Verkündigung der 10 Gebote. Schawuot ist somit das „Fest der Thoragebung“.

